Levico Terme: Kurven, Käse, Kaiserjäger

Wunderschöne Landschaft, wenig Verkehr – und köstliches Essen: Wir fahren abseits der großen Dolomitenpässe auf kurvenreichen Straßen durch die Wälder und die Berge des Trentinos.


Wer als Ziel seines Motorradurlaubs großzügig „Südtirol“ angibt, meint nicht selten Venetien (die Pässe Falzarego, Pordoi, Giau) oder das südlich an Südtirol anschließende Trentino (Pordoi, Fedaia, Rolle). Wir hingegen nehmen mit voller Absicht den Osten der Autonomen Region Trient ins Visier.

Eine selten befahrene Strecke muss nicht sonderlich breit trassiert werden. Und wenn eine Straße nicht großzügig ausgebaut ist, so wird sie auch nur wenig Verkehr anziehen. Daher ist der Passo Manghen bis heute ein (gar nicht so geheimer) Geheimtipp, will man vom Fleimstal ins Valsugana wechseln – oder umgekehrt. Mit drei bis sechs Meter Straßenbreite, Steigungsmaxima von 16 Prozent und 18 (zumeist engen) Kehren auf der Nordrampe sowie deren zehn im Süden darf man sich voll und ganz auf das Fahren konzentrieren.

Das fahrerische Highlight unserer Runde haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben. Als Nachschubweg zur mit sieben massiven Festungsbauwerken gesicherten Südgrenze der Doppelmonarchie bauten die Tiroler Kaiserjäger einen schmalen Steig am Monte Rovere zur militärischen Versorgungsstraße aus. Bis heute ist die „Kaiserjägerstraße“ an ihren Schlüsselstellen lediglich einspurig aus der Felswand herausgemeißelt. Unübersichtliche Kurven und acht zum Teil knackig enge Spitzkehren verlangen eine sichere Hand am Lenker. Zwei einspurige Tunnel wurden grob aus dem Gestein herausgeschlagen. Wegen ihnen und einigen überhängenden Felsnasen ist das Sträßlein für größere Kraftfahrzeuge gesperrt. Mit dem Motorrad ist die Talfahrt wegen der eindrucksvollen Tiefblicke auf die Seen von Caldonazzo und Levico sowohl ein optischer als auch fahrtechnischer Genuss, der im Alpenraum seinesgleichen sucht.

Recherche der Route, Fotografie und Reportage für das Motorradmagazin
Motorradmagazin 3/2026 🇦🇹