Karawanken: Ab in den Süden

Das Schengen-Abkommen eint, was der erste Weltkrieg trennte: Wir wandern mit der Enduro durch einen Teil Unterkärntens, der seit exakt 100 Jahren nicht mehr zu Österreich gehört.


Der Vertrag von Saint-Germain regelte nach dem Ersten Weltkrieg die Auflösung der österreichischen Reichshälfte und die Bedingungen für die neue Republik. Der Vertrag wurde am 10. September 1919 im Schloss Saint-Germain-en-Laye unterzeichnet. Darin wird unter anderem bestimmt:

  • Dalmatien, Krain, Teile der Untersteiermark sowie das Kärntner Mießtal und das Seeland gehen an Jugoslawien
  • In Südkärnten ist eine Volksabstimmung durchzuführen, ob es zu Österreich oder zu Jugoslawien gehören möchte

Der Luftkurort Bad Eisenkappel / Železna Kapla im Vellachtal ist unser Basislager für eine Ausfahrt durch die Karawanken, die dem oft überstrapazierten Wort „Geheimtipp“ gerecht wird.

Mit Asphalt unter den Gummis erklimmen wir den 1338 Meter hohen Paulitschsattel, der die Staatsgrenze zwischen Slowenien und Österreich markiert. Ein kurzer Stopp empfiehlt sich an einer kleinen Lichtung, die einen tollen Blick bis ins Jauntal freigibt. Wir passieren kurz darauf den südlichsten auf einer asphaltierten Straße erreichbaren Punkt Österreichs (auf Schotter geht es im Kotschnatal noch ein paar Dezimalsekunden näher an den Äquator), bevor wir die Seeberg-Straße erreichen.

Der Luschasattel verlangt grobes Profil: In Globasnitz startend werden mit zahlreichen Kehren 700 Höhenmeter überwunden; die Verbindungsstrecke über die Luschaalm nach Slowenien gehört exklusiv den Wanderern.  

Recherche der Route, Fotografie und Reportage für das Motorradmagazin