Ligurien: Auf römischen Spuren

Strandpromenade oder Kurvenorgie, Fisch oder Fleisch, Pizza oder Pasta, café oder birra: In Ligurien, der Urlaubsregion zwischen der Côte d’Azur und der Toskana, sind alle Genüsse mit kurzweiligen Wegen verbunden.


Einmal mehr lautet das Motto unseres Motorradurlaubs „mare e monti“: kurvenreicher Fahrspaß in den Bergen trifft auf entspannte Urlaubsstimmung am Sandstrand.

Von Wolken umhüllt sind bei unserem Besuch der Monte Saccarello und das wenige hundert Meter weiter östlich errichtete Erlöserdenkmal, das zwölf Meter hohe Monumento al Redentore. Die eiserne Statue ist eines von insgesamt zwanzig Denkmälern, die an der Wende zum 20. Jahrhundert auf Veranlassung des Papstes auf verschiedenen italienischen Gipfeln errichtet wurde. Zum „Schutze Liguriens und der umliegenden Täler“, wie die am Sockel angebrachte Tafel beschreibt. Der Wind treibt die Wolken vom Meer ins Roya-Tal hinein, und während auf der französischen Seite die Fernsicht entsprechend getrübt ist, reicht der Blick auf der anderen Seite weit ins Piemont. Mit 2200 Metern ist der Saccarello auch der höchste Gipfel Liguriens und eine wichtige Etappe an der berühmten Ligurischen Grenzkammstraße – bzw. der Alta Via del Sale, wie sie mittlerweile genannt wird. Die „hohe Salzstraße“ ist eine spektakuläre, unbefestigte ehemalige Militärstraße, die die piemontesischen und französischen Alpen mit dem Mittelmeer verbindet. Sie verläuft entlang der früheren italienisch-französischen Grenze in einer Höhe von 1800 bis 2100 Meter über dem Mittelmeer. Die historische Streckenführung kreuzt einige Male die aktuelle Grenzlinie; dabei überwindet sie mit gewagten Kehren und Streckenabschnitten zahlreiche Pässe. Diese Route solltet ihr nur mit ausreichender Offroad-Erfahrung und passender Ausrüstung unter die Stollen nehmen.

Für protzige Yachten sind die Liegeplätze im Hafen am Golf der Poeten nicht die erste Adresse. Somit besteht keine Verwechslungsgefahr mit dem mondänen Portofino, das am inoffiziellen „Golf der Potentaten“ liegt.

Im Gegensatz zur wörtlichen Übersetzung sind die Cinque Terre keine fünf Länder, sondern Dörfer, die unglaublich kunstvoll an die steilen Klippen gemörtelt wurden – das überstrapazierte Adjektiv „pittoresk“ ist hier unzweifelhaft zutreffend. Bis zur Eröffnung der Eisenbahnlinie waren die Siedlungen nur vom Meer oder über beschwerliche Eselspfade erreichbar. Wirtschaftlich war das lang ein Nachteil, touristisch ist die einzigartige, unverbaute Gegend jedoch mittlerweile zum großen Vorteil gereift. Heute sind es kurvenreiche Stichstraßen, die zu den einzelnen Orten führen. Auch die Fahrt über die einspurigen Tunnel der Küstenstraße SP370 zwischen Riva Trogoso und Moneglia, die via Ampelschaltung zur Einbahn erklärt werden, ist ein Erlebnis – allerdings eines, für das man sich Zeit nehmen sollte. Die drei Grünphasen pro Stunde sind im Vergleich zur Dauer des Rotlichtes sehr, sehr kurz.

Recherche der Route, Fotografie und Reportage
Alpentourer 4/2026 🇩🇪
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