Alle 25 Jahre ruft die Katholische Kirche ein „Heiliges Jahr“ aus. 2025 stand das Jubiläumsjahr unter dem Motto „Pilgern“

Die größte Kirche der Welt steht über dem Grab des Heiligen Petrus in der Vatikanstadt. Fünf Portale führen von der Piazza San Pietro in das Innere des Petersdoms. Das nördlichste dieser Tore wird nur alle 25 Jahre geöffnet; außerhalb des vom Papst am Weihnachtstag ausgerufenen Heiligen Jahres ist die Heilige Pforte von innen zugemauert. 13 ihrer schönsten und interessantesten Kirchen über alte Pilgerwege zu verbinden, war der Beitrag der Diözese St. Pölten zum Heiligen Jahr 2025. (Eigentlich sind es nur zwölf, denn die Pfarre Mariazell zählt zur Diözese Graz-Seckau – aber wir wollen nicht kleinlich sein.)
Wer im Heiligen Jahr die Heiligen Pforten der römischen Lateranbasiliken durchschreitet, darf mit dem Jubiläumsablass rechen – sprich: Das Sündenregister wird auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.
Das Stift Lilienfeld ist auch eine Hauptstation an der Via Sacra, dem traditionellen Pilgerweg von Wien nach Mariazell. Mit dem Motorrad wird die heilige Straße gerne eine eilige Straße, denn mit ihrer breiten, kurvenreichen Straßenführung ließe die B20 auch höhere Geschwindigkeiten zu als jene, die als Grenzwerte in der Straßenverkehrsordnung festgeschrieben wurden. Dass die örtliche Polizei deren Einhaltung vor allem am Wochenende kontrolliert, wird nicht überraschen.












Über Puchenstuben und den Josefsberg gelangen wir nach Mariazell. Die kleine steirische Gemeinde ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas. Rund 700.000 Pilger besuchen jedes Jahr die mehr als 800 Jahre alte Gnadenmadonna. Auch die katholischen Top-VIPs Johannes Paul II. und Benedikt XVI. fanden den Weg zur „Großen Mutter Österreichs“, der „Magna Mater Austriae“. Die 46 Zentimeter hohe Statue aus Lindenholz ist mit einem reich verzierten, jährlich wechselndem Festkleid geschmückt, das nur an zwei Tagen im Jahr abgelegt wird: zu Maria Geburt am 8. September und am 21. Dezember, dem Gründungstag der Kirche. Die drei Türme der Basilika – zwei aus dem Barock, der mittlere aus der Gotik – überragen weit sichtbar den Ort.

Recherche der Route, Fotografie und Reportage für das Motorradmagazin
