Abwechslungsreiche Strecken im böhmischen Paradies, die kurvigen Straßen im Braunauer Bergland und die Heimat von Rübezahl: Hohe Pässe sucht man in Tschechien vergebens, Fahrspaß findet man dennoch zur Genüge.

Meine Erkundungsreise entlang der Grenzen der Tschechischen Republik führt mich vom Erzgebirge über eine sanfte Hügellandschaft mit weiten Hochmooren ins Elbsandsteingebirge, auch als sächsische bzw. böhmische Schweiz bekannt.
Am rechten Ufer der Elbe formen die charakteristischen Sedimentschichten Tafelberge und Felssäulen. Dazwischen: tiefe Schluchten und dichter Wald. Der einzige Parkplatz weit und breit ist am späten Vormittag bereits gut gefüllt. Ein kilometerlanger Fußmarsch steht jenen bevor, die das Prebischtor (Pravčická brána), die größte Felsbrücke Europas, sehen wollen – allerdings nur von unten. Der 16 Meter hohe und mit 27 Metern Spannweite durchaus imposante Sandstein-Bogen, bekannt aus den „Chroniken von Narnia“, darf seit vielen Jahren nicht mehr betreten werden.
Fürs Protokoll: Die echte Schweiz sieht, soweit ich sie kenne, ganz anders aus.
Mich lockt es nicht zum steinernen Monument, ich genieße lieber die schmale Straße, die sich durch das Felsen-Labyrinth windet. Die Hinterlassenschaften des gewaltigen Waldbrandes vom Sommer 2022 sind nicht zu übersehen, doch zwischen den nackten, toten Stämmen sprießt schon wieder frisches, junges Grün. Diese Selbstheilungskräfte stimmen mich hoffnungsvoll: Die Natur findet einen Weg, wenn ihr der Mensch nicht im Weg steht.












Egal ob als Ziel der Fahrt oder nur als Zwischenstopp entlang der Route: Wer Nordböhmen mit dem Motorrad bereist, kommt an einem einzigartigen Platz kaum vorbei. Natürlich klappe auch ich den Seitenständer beim Motoklub Pekelné doly aus.
Die kuriose Vorbeifahrt an der Schank lockt Motorradfahrende aus ganz Europa in die mit bescheidener Kulinarik aufwartende Biker-Höhle.
Kurz nach mir trifft eine Harley-Gruppe aus Dänemark ein, deren kindliche Freude über die Akustik ihrer Screamin’-Eagle-Auspuffrohre nicht von allen Anwesenden geteilt wird. Dass eines der lärmenden Motorräder beim Wenden vor dem Höhlenportal schlagartig an Schräglage gewinnt, tut der guten Laune der Dänen keinen Abbruch.

Recherche der Route, Fotografie und Reportage
