Portugal: Wo das Land endet und das Meer beginnt

Einzigartiges Weltkulturerbe aus dem Mittelalter, perfekt asphaltierte Kurven-Festspiele und herrliche Naturlandschaften vom tosenden Meer bis in die kahle Bergwelt – Portugal ist mehr als nur die Heimat von Bacalao, Kork und deprimierender Weltschmerz-Musik.


„Das Land bestimmt die Zeit“, sagen die Einheimischen.

Der Alentejo (portugiesisch für „jenseits des Tejo“, gesprochen: Alnteschu) ist eine Region mit sonnenüberfluteten Ebenen unter einem scheinbar unendlichen Himmel mit überwältigendem Licht. Tiefrote Erde, gesprenkelt von steinalten Olivenhainen und Korkeichen, soweit das Auge reicht. Entlang der zweckmäßig trassierten Straßen gedeihen Sonnenblumen neben im Wind wogenden Weizenfeldern, während über unseren Köpfen große Raubvögel in der warmen Luft kreisen. Sonne und Hitze bestimmen den gelassenen Lebensrhythmus.

Über die Brücke des 25. April, die als Double der Golden Gate Bridge von San Francisco durchgeht, erreichen wir die Hauptstadt der ehemals weltumspannenden Seefahrernation. Satte zwei Kilometer ist der Tejo, der längste Fluss der iberischen Halbinsel, an dieser Stelle breit, sodass man unweigerlich den Eindruck gewinnt, Lissabon würde an einem Meeresarm liegen.

Für Motorradfahrende ist die Serra da Estrela der fahrerische (und geographische) Höhepunkt. Wir besuchen die wissenschaftlich berechnete Mitte Portugals und erklimmen den höchsten Punkt des Landes, das karge Hochplateau des Torre auf windigen 1993 Metern Seehöhe – zugleich Portugals einziges Schigebiet.

Fotografie und Reportage