Waldviertel: Der Weg ist das Ziel

Vom Donaustrom zu endlosen Äckern, durch dichten Wald zu blühenden Wiesen, vorbei an Burgen, Schlössern und Ruinen: Das südliche Waldviertel offenbart seine Reize nur dem, der sich Zeit nimmt.


Das Waldviertel zählt zu den schönsten und geheimnisvollsten Landschaften Österreichs. Hunderte Schlösser, Burgen und Ruinen prägen eine Kulturlandschaft, die arm an topografisch Herausragendem ist, aber dennoch weder eintönig oder langweilig.

Andi Starkmann, unser MoHo-Gastgeber, hält die Hand auf: „Gib mir bitte dein Navi.“

Andis Routenvorschlag fußt auf chinesischer Kalenderspruch-Psychologie: Der Weg ist das Ziel. Es ist eine Strecke, die scheinbar zufällig über die Landkarte geworfen wurde, die abwechslungsreiche Teilstücke mit dem Wissen des Einheimischen geschickt kombiniert. Eine, die zwischen blühenden Wiesen und Äckern entlangführt, deren Furchen sich am Horizont verlieren. Wir erleben eine Route, die kleine Dörfer mit regional bedeutenden Kleinstädten verbindet, die man außerhalb des politischen Bezirks dennoch nicht kennt. Sanft durch die Landschaft rollende Hügelketten wechseln sich mit kleinen Waldstücken ab, häufig schummelt sich auch ein kleines Flusstal dazwischen hinein. Individuelles Entdecken ist ein Leichtes – immer wieder zweigen kleine Güterwege mit unterschiedlicher Oberflächenbefestigung von dem am Navi leuchtenden Pfad ab. Wir fahren eine Strecke ohne markante Eyecatcher, ohne von Instagram-Junkies zillionenfach in der virtuellen Realität geposteten Sehenswürdigkeiten. Mit anderen Worten: Eine Motorradausfahrt, bei der das Motorradfahren im Mittelpunkt steht.

Fotografie und Reportage für das Motorradmagazin