Western Cape: Der lange Weg zur Freiheit

Bis heute erscheint es wie ein Wunder, dass nach Jahrzehnten der gesetzlich angeordneten Unterdrückung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit Südafrikas ein friedlicher Machtwechsel möglich war. Diese Versöhnung und der Wandel von Rassismus zur Regenbogennation sind das Vermächtnis von Nelson Mandela, jenem charismatischen Ausnahmepolitiker, der vor 100 Jahren geboren wurde.


Er verließ das Gefängnis erhobenen Hauptes, mit zum Himmel gereckter Faust – und verwendete den Rest seines Lebens dafür, seinen ehemaligen Unterdrückern die Hand zu reichen.

Im Drakenstein Correctional Centre, früher als Victor Verster Prison benannt, verbrachte Mandela seine letzten Monate als politischer Häftling. Eine Statue vor der Anlage erinnert an den 11. Februar 1990, den Tag, an dem er die letzten Schritte auf seinem 27 Jahre dauernden Weg zur Freiheit zurücklegte.

„Um frei zu sein genügt es nicht, einfach nur die Ketten abzuwerfen, sondern man muss so leben, dass man die Freiheit des anderen respektiert und fördert.“

Nelson Rolihlahla Mandela, 1918-2013

Sein Vater gab ihm den Namen Rolihlahla. Wörtlich bedeutet das am Ast eines Baumes ziehen – gemeint ist jemand, der die gewohnte Ordnung in Unruhe bringt. Der britische Vorname wurde dem Knaben am ersten Schultag verpasst. Nichts deutete am 18. Juli 1918 in dem kleinen Dorf in der Transkei darauf hin, dass Rolihlahlas 70. Geburtstag vor den Augen der ganzen Welt im Londoner Wembley-Stadion gefeiert würde – in Abwesenheit des Jubilars. Gadla Henry Mphakanyiswa Mandela starb, als sein Sohn neun Jahre alt war. Er durfte nicht miterleben, dass er keinen besseren Namen für ihn hätte finden können.

Terrorist oder Freiheitskämpfer? Zwei Seiten der gleichen Medaille.

Die Wahrheit ist bekanntlich eine Tochter der Zeit: 1988 wird Nelson Mandela von Ronald Reagan auf die (hierzulande wegen Kurt Waldheim bekannte) Watch List gesetzt, George Bush Senior empfängt Mandela 1990 im Weißen Haus. 1993 wird ihm der Friedensnobelpreis verliehen. 1994 gewinnt der ANC die ersten demokratischen Wahlen Südafrikas mit absoluter Mehrheit. Mandela wird der erste schwarze Präsident des Landes.

George Bush Junior streicht Mandela 2008 von der Liste der unerwünschten Personen – der guten Ordnung halber. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hat Mandela bei der Abschlussfeier der Fußballweltmeisterschaft 2010. Am 5. Dezember 2013 verstirbt Nelson Mandela im Kreise seiner Familie an den Folgen einer Lungenentzündung.

Südafrika hat subtropisches bis mediterranes Klima, die Jahreszeiten sind gegenüber Europa um sechs Monate verschoben: Der Winter entspricht dem europäischen Sommer und umgekehrt. Somit ist die Südspitze Afrika bestens geeignet, um die heimische Motorradsaison auszudehnen.

Fotografie und Reportage