Indochina: Tomb Rider

Prachtvolle Tempel in dichtem Dschungel, dampfende Garküchen am Straßenrand und der mächtige Strom des Mekong: Das sind nur einige der Zutaten zu einer unvergleichlichen Reise durch zwei Länder, die für viele Europäer zu den „weißen Flecken“ auf der Landkarte gehören.


Lara Croft machte Angkor, das Zentrum des erloschenen Khmer-Reiches, schlagartig auch in weniger kulturinteressierten Kreisen weltberühmt.

Im Zentrum des Plots stehen ein Puzzle und die legendäre „Linearkonstellation“: Alle 5000 Jahre fädeln sich die Planeten unseres Sonnensystems exakt in einer Linie auf. In diesem Moment kann man mit dem „Dreieck des Lichts“ (das in Teile zerbrochen über die Welt verstreut ist) die Zeit beeinflussen und andere arge Sachen anstellen. Nun, aufgrund der unterschiedlichen Bahnebenen der Planeten ist diese Anordnung blöderweise völlig unmöglich, und der Rest ist sowieso Schmafu. Wissenschaftlich also ganz dünnes Substrat, durch das die gut bewaffnete Grabräuberin mit forsch geschürzten Lippen turnt.

Warum die Hollywood-Produktion an der Kinokasse dennoch performte, ist leicht erklärt: Das knappe Top der Hauptdarstellerin ist sicherlich spannender als der Handlungsstrang des Films.

Der systematische Völkermord ist bis heute sichtbar – man trifft in Kambodscha kaum alte Menschen an.

Die wechselhafte Geschichte Kambodschas ist allerdings nicht nur durch die Pracht des Khmer-Königreichs geprägt, sondern auch durch den brutalen Genozid der Roten Khmer unter Pol Pot. Folter und willkürliche Exekutionen auf den Killing Fields sowie Mangelernährung und Krankheiten kosteten in den drei Jahren, acht Monaten und 20 Tagen der Tyrannei gut zwei Millionen Menschen das Leben; schon der Besitz einer Brille reichte damals aus, um als Staatsfeind hingerichtet zu werden.

Alle Bilder sind in zusätzlich auch in einer Vintage-Entwicklung vorhanden:

Auf einer Breite von mehr als 10 Kilometern fällt der Mekong in Kaskaden über 21 Meter ab. Dabei erreichen die Mekongfälle eine mittlere Abflussmenge von 11.600 m³/s und Maximalwerte von fast 50.000 m³/s. Es gibt zwei parallel verlaufende Hauptkaskaden: Khong Phapheng (Laotisch: Getöse des Mekong am östlichen Flussufer) mit etwa 18 Metern Fallhöhe und Tad Somphamit (auch: Li Phi Fälle am westlichen Flussufer). Die Mekongfälle sind der breiteste Wasserfall der Erde und der größte Wasserfall Asiens.

Auf Don Daeng, einer Insel inmitten des Mekong

Hektik oder Zeitdruck sind Worte, die man trotz der Fülle an Buchstaben (28 Selbstlaute, 33 Mitlaute!) wohl nicht ins Laotische übersetzen kann.

Mit kleinen Booten setzen wir auf die Insel Don Daeng über. Auf holprigen Naturstraßen fahren wir zwischen Reisfeldern, durch dichten Dschungel und – typisch Laos – durch kleine Dörfer mit herzlich lachenden, neugierigen Kindern und freundlichen, respektvoll distanzierten, aber interessierten Erwachsenen.

Um die Insel wieder verlassen zu können, ist eine kleine Tiefsand-Sonderprüfung unabdingbar; das Einschiffen erledigen wir sicherheitshalber nach dem Motto „viele Hände, rasches Ende“ – zu groß wäre die Gefahr, dass einer der Mitreisenden durch inadäquate Blicktechnik den Landungssteg seitlich verlässt und samt Suzuki baden geht.

Die ideale Reisezeit für Thailand, Kambodscha und Laos ist die Trockenzeit von November bis März; optimal startet man ein Monat nach dem Ende der Regenzeit. Hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit verlangen extrem luftdurchlässiges Motorradgewand. Ein guter Regenschutz muss dennoch mit auf die Reise, und für Thailands Bergregionen auch ein wirklich warmer Pullover.

Fotografie und Reportage