Peru: Der Nabel der Welt

Pisco, Pässe, Panflöten: Eine Kulturreise durch ein Land, in dem selbst die Täler höher liegen als die Gipfel Österreichs.


Die Adventure pendelt leicht, fängt sich aber sofort wieder. Der Hund nicht.

Irgendwann musste das ja passieren. Der herrenlose Streuner, der – wie unzählige Hundekollegen in den letzten Tagen – gerade noch im Begriff war, laut bellend meine Stiefel ins Visier zu nehmen, entschließt sich kurzerhand, nicht mehr parallel zur Fahrrichtung der GS zu laufen, sondern im abrupt angesetzten rechten Winkel einzubiegen. Diesen Fehler macht er nur zwei Mal, nämlich ein erstes und ein letztes Mal, denn ich habe keine Chance zum Ausweichen.

Gut 200 Jahre waren Cusco und Umgebung für die Inka der Nabel der Welt. In nur 100 Jahren dehnten sie ihre Einflusssphäre von Ecuador bis nach Nordargentinien aus. Das Straßennetz war größer als das des Römischen Reiches – und wird wie dieses teilweise bis heute verwendet.

Ein beeindruckendes Beispiel für die Steinmetzkunst der Inka findet sich beispielsweise beim erzbischöflichen Palais, welches auf den Mauern des Palasts des sechsten Inka-Herrschers gebaut wurde: Hatunrumiyoc heißt der tonnenschwere zwölfeckige Stein in der gleichnamigen Gasse, der perfekt in die Mauer eingepasst wurde – „nicht einmal eine Messerklinge passt in die Fugen“ notierten die beeindruckten Konquistadoren. Kein Vergleich zu den heute im Baugewerbe üblichen Toleranzen – dabei kannten die Inka weder das Rad noch die Seilrolle!

Eindrucksvoll sind auch die Reste der terrassenförmig angelegten Befestigungsanlage Sacsayhuamán – selbst phonetisch bleiben einem die bis zu fünf Meter hohen Steine mit bis zu 350 Tonnen Gewicht gerne in Erinnerung: Korrekt ausgesprochen klingt die Stätte wie „sexy woman“.

Fotografie und Reportage