Schilcherland und Koralpe: Sanfte Hügel, rosa Wein

Die Weststeiermark ist die Heimat von Weingärten, Wäldern, Wanderwegen – und Straßen, die reich an Kurven und Aussichten, aber arm an Verkehr sind.


„Sie haben Uns einen rosaroten Essig vorgesetzt, den sie Schilcher nannten.“

Papst Pius VI. anno 1782 in seinem Tagebuch

Auch wenn der Roséwein im hauchzart beschlagenen Glas im Abendlicht verlockend funkelt: Liebhaber von weniger säurebetonten Weinen werden um die bereits von Kelten kultivierte Rebsorte „Blauer Wildbacher“ einen großen Bogen schlagen. Die Schilcher-Weinstraße führt den Besucher von Nord nach Süd – oder umgekehrt – durch das Anbaugebiet. Ein Ausflug durch die liebevoll gepflegte Bilderbuch-Landschaft lohnt sich natürlich auch für Biertrinker und Antialkoholiker. Die schönsten Instagram-Hintergründe findet man wahrscheinlich in Langegg, wo sich der Ausblick auf den Gegenhang keineswegs hinter der pittoresken Südsteiermark verstecken muss.

Feine Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme finden wir am Reinischkogel, nämlich die Hahnhofhütte und das noble Wirtshaus Jagawirt. Auch der Rauch-Hof in der Nähe von Stainz, dem Zentrum der Schilcher-Gegend, kann empfohlen werden. Doch fast hätten wir jetzt vergessen, von einer einzigartigen Kuriosität auf der Pack zu berichten: Dem Wasserspiel aus Fahrrad-Felgen, Plastikflaschen und anderem Sperrmüll. Bei unserer Foto-Runde ist dessen Erbauer gerade dabei, ein paar kleine Verbesserungen und Erweiterungen anzubringen – doch der Smalltalk ist nicht ganz so einfach: So wie der Schilcher, so hat auch die steirische Mundart ihre Eigenheiten, die sich nicht jedem sofort erschließen.

Recherche der Route, Fotografie und Reportage für das Motorradmagazin