Tauplitzalm und Hohe Tauern: Auf den Spuren der alten Römer

Unzählige Kurven, hohe Berge und kaum bekannte Pässe erleben wir auf unserer Rundfahrt durch die Hohen Tauern. Nach diesem Weekend steht für uns eines fest: Nicht nur im Salzkammergut kann man gut lustig sein!


Die enge, kurvige Strecke über den Mitterberg ist ein gutes Beispiel dafür, dass der kürzere Weg nicht immer der schnellere ist – aber für Motorradfahrende gewiss der schönere.

Die Erzherzog Johann-Straße über die 1788 Meter messende Einsattelung zwischen den Wölzer und den Schladminger Tauern ist seit der Bronzezeit als Verkehrsweg von Bedeutung – angenehmerweise heute aber von untergeordneter. Zwischen der Kapelle auf der Passhöhe und der ersten Kehre der Nordrampe erkennen genaue Beobachter den Verlauf des früheren Saumpfades, auf dem die Anhöhe dereinst überquert wurde. Der Sölkpass gehört zu den landschaftlich schönsten Alpenquerungen und wird vorzugsweise Richtung Norden gefahren, denn die vergleichsweise enge, verwinkelte Südrampe macht bergauf deutlich mehr Spaß als bergab.

Ein absolutes Highlight ist die wundervoll über dem Paltental thronende Burg Strechau. Die Burgherrin Marianne Boesch-Leibrecht führt uns durch die beeindruckende Anlage, zeigt uns den Innenhof mit seinen Renaissance-Arkaden und zu guter Letzt auch noch die Aussichtsterrasse mit gewaltigem Panoramablick über Rottenmann in Richtung des im sommerlichen Dunst verschwindenden Schoberpasses.

Die vorgeschlagene Strecke ist rund 260 Kilometer lang und in fünf Stunden abgespult – aber das wäre nicht im Sinne des Erfinders. Wer die Pässe ein wenig genießen möchte und dafür hin und wieder den Seitenständer ausklappt, wird einen vollwertigen, bereichernden Fahrtag im Langzeitgedächtnis abspeichern.

Recherche der Route, Fotografie und Reportage für das Motorradmagazin