Weinviertel: In vino veritas

Es braucht nicht zwangsläufig einen betrunkenen Weinviertler, um die OffroadGeheimnisse des nordöstlichen Niederösterreich zu erfahren. Ein geländetaugliches Motorrad und eine Portion Pioniergeist reichen völlig.


Vogelgezwitscher, Traktor-Tuckern und Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ bestimmen den Soundtrack.

Keine andere Region Österreichs wäre als Heimat für Alfred Komareks schrullige Kriminalromanfigur Simon Polt infrage gekommen. Während bei Tatort-Folgen durchaus mit Sirenengeheul zu rechnen ist und bei Alarm für Cobra 11 auf der Autobahn explodierende Fahrzeuge die Handlung bestimmen, löst der Gendarmerieinspektor Polt seine Kriminalfälle mit Ruhe, Bedächtigkeit und einem alten Fahrrad, auf dem er gemächlich durch die liebevoll ins Bild gesetzte Landschaft strampelt.

Was wäre das Weinviertel ohne seine Kellergassen? Seit rund 200 Jahren prägen die „Dörfer ohne Rauchfang“ das Landschaftsbild.

An einem Hang oder in einem Hohlweg wurden dicht nebeneinander kleine Wirtschaftsgebäude errichtet.

Schlichte Häuschen, aus Lehmziegeln gesetzt, grob verputzt, oft weiß gekalkt. Darunter befindet sich der in mühevoller Handarbeit in den Lehmboden gegrabene Keller, der sich durch seine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit und die konstante Temperatur von rund 12 Grad Celsius hervorragend zur Lagerung eignet. Ursprünglich wurde der gelesene Wein hier gepresst und direkt eingelagert, die tägliche Kellerstunde zur Kontrolle des Gärungsprozesses gehörte für die Weinbauern zum Alltag.

Fotografie für das Motorradmagazin
Recherche der Route, Fotografie und Reportage für das Alpentourer Magazin